fahre mit dem alten auto (habe es emma getauft) zum bahnhof. im gepäck notizbuch, kamera, wasser , geldbeutel, ausweise. eine stunde fahrt (dieses mal mit einem pünktlichen zug) nach melbourne city. möchte zur bridge street. vorher frage ich doch gleich nach dem studententicket. wackle den infohinweisschildern hinterher. am infopoint können die mir sagen, wie ich zur brigdestreet komme: linie 75 und 48. zum ticketverkauf gehts einen treppe höher. frage zweimal am falschen schalter. dann richtig. ergebnis: kann nicht als student fahren, trotz internationalen ausweis, weil ich keine unterschriebene bestätigung der uni melbourne habe. also adult; 175, 28 aus dollar. uff. im kopf tanzen zahlen. seid das stipendium gekürzt wurde (weiß ich erst, seit ich in melbourne bin), wird das geld immer knapper. aus dem bahnhof draussen, stehe ich mitten im verkehrschaos.
der grand prix ist in der stadt angekommen. die bahn, die ich nehmen wollte, ist einer sonderlinie für die formel ein fans gewichen. super. und jezt? stehe ratlos vor dem fahrplan. da spricht mich einen nette helferin in neongelb an. ganz einfach: links die strasse runter, zur querstrasse, da fahren die linien wieder.
ganz einfach? ha, die kennt mich nicht... okay, so schlimm war es dann doch nicht. haltestelle gefunden. setze mich in die strassenbahn, die gerade einfährt. es ist die falsche. das merke ich aber erst nach sieben stationen. ich steige aus. keine ahnung, wo ich bin. hab hunger und muss für kleine maädchen.
laufe einfach mal los. relax, no worry... ah, redrooster (ein fastfood kette rund um chicken und mehr). toilette, fishmac. okay, weiter. fahre vier stadionen zurück - eine zuviel. mist, laufe eine station zurück. gehe nach orientierung suchen. da kommt ein bus um die ecke. der busfahrer ist ein lustiger inder mit turban, der abwechselnd lauthals mit der musik im radio mitträllert und sich mit einen zweiten turankollegen unterhält.
endlich: bridge road! hat ja nur zwei studen gedauert.... eigentlich ist es ganz einfach hierher zu kommen: zug von upper ferntree gully, richmond austeigen, in den bus setzen - das wars.
wer jetzt lacht, sollte mal selber versuchen, fremd und allein in einer millionenstadt, ohne stadtplan und während die halbe innenstadt gesperrt ist und die stadtbahnen ganz anders fahren als sonst, sich zu orientieren. vorallem, wenn man sich die ganze zeit nicht sicher ist, ob man in die richtige richtung fährt. denn mit einem knackigen fränkischen akzent hört sich "bridge" auf englisch auch wie "rich" oder "mich" an - und diese strassen gibt es in melbourne auch! whatever...
die bridge street ist eine quitschbunte, national durchgewürfelte strasse mit vielen kleinen outlet stores, bars, cafes und snackbars. etwas heruntergekommener kolonialstil, aber liebevoll hergerichtet.
die geschäfte haben mittlerweile fast alle geschlossen, aber das stört mich nicht. ich finde sogar ein paar ganz tolle schuhe - 30 aus dollar - ein schnäppchen. ich bummle noch gemütlich an den anderen schaufenstern entlang, setze mich in ein cafe, bin mit mir und der welt zufrieden.
stolz ziehe ich mir meinen neuen schuhe an, stehe auf, um zu zahlen (hier muss man immer an die theke, um die rechung zu bezahlen). auf dem weg dahin rutsche ich mit den glatten sohlen auf den blankpolierten fliesen fast aus, kann mich gerade noch festhalten. verschähmt verschwinde ich in der toilette und wechsle wieder die schuhe.
setze mich in die straßenbahn, zurück zur bushaltestelle. der kommt erst in einer viertelstunde. selbst ist die frau, denke ich mir, die paar stadionen kann ich auch laufen. mit stolzgeschwellter brust überquere ich die straße - und bleibe am gehsteig mit meiner ausgelatschten rechten sohle hängen, der fußriemen verabschiedet sich.
ich zucke mit keiner wimper.
laufe weiter zur nächsten haltestelle, setze mich und krame eine kleine sicherheitsnadel (aus erfahrung bin ich immer gut gerüstet) aus meiner tasche. verarzte den schuh notdürftig. jetzt kann ich auch auf den bus warten. der kommt - aber auf der falschen seite. das heißt - eigentlich ist der bus richtig, nur ich bin auf der falschen seiten. linksverkehr, mädel. LINKSVERKEHR!!!
ich zucke mit keiner wimper.
blick auf die uhr: noch sieben minuten, dann fährt mein zug. ich renne. zehn gleise. nirgendwo steht belgrave, die entstadion für meinen zug. laufe kurzentschlossen auf ein bahngleis. ist das falsche. sehe aber gegenüber die anzeige mit belgrave. ich renne. der zug fährt gerade ein - drei minuten zu spät.
ich zucke mit keiner wimper.
der zug ist überfüllt. sehe nur rot oder grün. grüne t-shirt, kleider, hüte - es ist st. patrick´s day. rot wegen dem grand prix.
vor mir steht ein etwa 15jähriges mädel im möchtegern-gothic look: nietenhalsband, schwarzs kleid und stiefel. schwarze haar mit selbstgefärbter und blass gewordener blauer strähne. ein schwarzer rucksack mit verwaschenen stoffstacheln hängt an ihrer mageren schulter. pink lackierte fingernägel. an ihren hangelenken baumeln quietschbunte plastikarmbänder.
rechts von mir steht ein security officer, in helleblauer uniform, ein inder. er schreit laut in sein telefon. danach singt er laut vor sich hin. auf seiner nase glänzt ein riesiger, talgiger pickel.
links von mir steht in mann mit dunkelblauen hemd mit schwarzer hose. typ ich-war-in-der-schule-ein-streber-und-niemand-konnte-mich-leiden. um den bauch hat er eine schreihend blaue tasche mit aufdruck geschnallt: "int. jesus mission". ein abgewetzter roter button mit "jesus is in my mind" hängt daneben.
das ist mir zuviel.
verpasse auch noch meine haltestelle. steige aus, sehe, bin eine zu früh, steige wieder ein. die türen an den zügen sind nicht gesichert. der griff ist ein primitivier knauf, mit dem man leicht die tür aufschieben kann. uah. richtige station. endlich. das war ein tag mit lisa allein in melbourne.
brauch ein bier.
Sunday, 18 March 2007
Saturday, 17 March 2007
you bloody....+*'°.%
are you kidding me...?
gestern im kino. wild hogs. lustig, lustig.hab mich auf popcorn gefreut.
griff in die tüte: what the hell...?!
kleiner kulturschock - hier gibt es nur popcorn mit butter und salz.
*würgh*
st. kilda
st. kilda ist das strandgebiet von melbourne: kunterbunt kitschig und von touris bevölkert.früher hingen hier immer nutten und junkies an den ecken. jetzt sind sie ein beliebtes ausflugsziel.allen voran der luna vergnügungspark, der auch das wahrzeichen von st. kilda ist. für 25 aus dollar kann man hier für einen tag alle fahrgeschäfte benutzen. obwohl ich bei allen fahrgeschäften, egal ob luna park, moomba festival oder ein kleines vorortfestchen sehr vorsichtig bin. denn: ein tüv fehlt nicht nur bei den autos, sondern auch bei den vergnügungsfahrgeschäften. es gibt natürlich vorschriften, aber die richtlinien sind hier viel lockerer als in deutschland. "alles, was man auf der welt nicht brauchen kann, wird nach australien verschifft - da kriegt man es irgendwie los" ist mir gesagt worden.

im luna park zum beispiel steht eine riesige holzachterbahn - aus deutschland. überhaupt findet man als deutscher hier keine besonderen, neuen oder unbekannten attractions. auf allen veranstaltungen habe ich fahrgeschäfte gesehen, mit denen ich vor zehn jahren in deutschland gefahren bin - und manche sehe mittlerweile sehr klapprig aus.
in der acland street hat mein schokoladenverliebtes-herz das hüpfen angefangen: auf der einen strassenseite gibt es ein schaufenster nach dem anderen - mit nicht anderen gefüllt als kuchen, besonders viele viele schokoladenkuchen. die hauen einen um - selbst mich.
Friday, 16 March 2007
kiwi kiwi kiwi
der kiwi ist ein flugunfähiger vogel aus neuseeland, kommt aber auch in australien vor. das video wurde von einem new yorker studenten gemacht - die australischen studienarbeiten schau ich mir nächste woche erst an.
Thursday, 15 March 2007
fire
feueralarm. wir haben hier feueralarm.seid gestern heulen immer wieder die alarmsirenen. irgendjemand muss in der nähe gezündelt haben. das ist eine sehr große gefahr, denn das gras und die bäume sind hier strohtrocken (gerade herrscht eine jahrhundertdürre, laut den medien).
außerdem wachsen hier meistens verschiedene arten von eukalyptusbäume - durch das öl in ihrem holz sind sie sehr gefährliche brandbeschleuniger.
aus dem kleinen feuer gestern sind heute mehrere geworden. aber die lage ist unter kontrolle. gestern ist mir der notfallplan erklärt worden, denn eine evakuierung wegen dem feuer ist wahrscheinlich: es muss immer eine gepackte tasche mit wichtigen unterlagen bereitsstehen.
da, jetzt läuft wieder die sirene.
bisschen nervös bin ich schon. bin aber beruhigt worden. der radio und der fernseher läuft den ganzen tag und die polizei oder die feuerwehr kommt früh genug vorbei und evakuiert uns.
Labels:
evakuierung,
feueralarm,
jahrhundertdürre australien
mein erstes horoskop...
...dass ich in australien gelesen habe. aus technischen gründen hat es etwas gedauert, dass online zu stellen. hier zu sicherheit hier nochmal der wortlaut: "from now on, you will do things a little differently. you will understand a little more and will worry a little less. you will also remember how much power you have and you will stop giving away to some desperate (and highly ironic) attempt to attain it. you are acting like the man who was so keen to acquire some silver coins that he kept offering to swap them for the gold ones in his pocket. appreciate the value of what you have this weekend and recognise the full extent of the strength you already posses." wow.jamba, jamster
opel heißt hier holdem und der klingelton-terror-anbieter jamba läuft hier in in australien unter den namen jamster.ist möglich, weil sich die deutsche firma jamba an eine amerikanische firma verkauft hat. aber ausser den namen hat sich nichts geändert: jamster ist genauso nervig, genauso laut, genauso augenkrebserregend-blinkend und hat die gleichen preise mit den versteckten abos.
train fahren in melbourne

tja, orientierung ist eine tolle sache - wenn man sie hat. bis jetzt hat man mich auch noch nicht allein gehen lassen... naja, eher gesagt, ich habe mir immer jemanden eingepackt - oder mich einpacken lassen. whatever, in melbourne mit den öffentlichen zu fahren erfordert viel geduld. die züge sind teilweise alt und ohne klimaanlage (bei den 33 grad von gestern seeehr wichtig) und - unpünktlich. in züge und straßenbahnen einzusteigen, heißt für einen deutschen, auf alles gefasst sein.

gestern zum beispiel ist die linie vom strand zum hauptbahnhof komplett ausgefallen. also sind wir in eine andere bahn gestiegen, die so pi mal daumen in die richtung fuhr. reingesetzt, durchgeatmet, durchsage: die bahn ändert ihre route. komplett falsche richtung, chaos, aussteigen. neue bahn, neuer versuch, haltestelle verpasst. zurück, in den hauptbahnhof, gleis gefunden. zug hat verspätung, gleis wird verlegt, rolltreppe hoch, rolltreppe runter, auf den neuen zug warten. der hat verspätung.
kein problem - ich hatte unterhaltung. neben mir verhaften drei zivilbullen einen junkie, filzen ihn, fragen ihn aus. der junkie bleibt ganz cool. ist wohl voll drauf. oder hat dass schon öfters gemacht.
daran erkennt man touristen und stadtbewohner. die touris regen sich auf, die melbourner zucken nicht mal mit der wimper. no worries, relax. das kennen wir ja schon...
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